Von der Redaktion von La Vérité vom 27. April 2026

Trumps Entscheidung, den Krieg im Iran und im Libanon zu provozieren, nachdem er Präsident Maduro und die Abgeordnete Cilia Flores, seine Lebensgefährtin, auf venezolanischem Boden entführt hatte, markiert einen Wendepunkt in der Zerfallskrise des kapitalistischen Systems, die täglich die gesamte Menschheit in Chaos und Barbarei zu stürzen droht.

Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), erklärt in einem Interview mit der französischen Zeitung Le Figaro (7. April 2026), dass „die aktuelle Krise schwerwiegender ist als die von 1973, 1979 und 2022 zusammen“. Er fügt hinzu: „Die Weltwirtschaft wird darunter leiden. “ Das heißt übersetzt:  Die Völker der ganzen Welt werden leiden.

Krise der imperialistischen Welt“ordnung“

Diese Krise ist in erster Linie eine Krise der imperialistischen Welt“ordnung“. Sowohl aufgrund der schweren Krise des Weltmarktes als auch der internationalen politischen Herrschaftskrise haben Trump und die US-Regierung keine andere Lösung als die Flucht nach vorn, d. h. den Marsch in den Krieg. Für Trump geht es um die Verteidigung der imperialistischen Welt“ordnung“ und der Vorherrschaft der Vereinigten Staaten, die mit allen Mitteln gesichert werden muss.

Die aktuelle Situation offenbart das wahre Gesicht des Imperialismus, der nichts anderes ist als der für seine Existenz notwendige Krieg – und folglich die Barbarei

Chaos und Krieg sind in Afrika, Asien, Amerika und sogar in Europa, mit dem Krieg in der Ukraine, bereits weit verbreitet.

Die Zunahme der Kriege auf allen Kontinenten, die sich international auszuweiten drohen, wird zum wesentlichen Element der imperialistischen Weltherrschaft.

Die Ablehnung in der amerikanischen Bevölkerung eines Krieges im Iran angesichts seiner Folgen und die daraus resultierende Verschärfung der Widersprüche an der Spitze des amerikanischen Imperialismus zwingen Trump dazu, alle Möglichkeiten, einschließlich der brutalsten, auszuschöpfen, um einen Ausweg aus der Situation zu finden, in die er sich verstrickt hat.

Die brutale Realität der weltweiten Verhältnisse und die Rolle des Imperialismus

Die israelisch-amerikanische Intervention im Iran und im Libanon führt bereits zu einem Flächenbrand im gesamten Nahen und Mittleren Osten, in dem das allgemeine Chaos wütet und macht eine Rückkehr zur früheren Situation unmöglich – einschließlich ein Endes des Konflikts.

Die Entscheidung des US-Imperialismus, den Krieg zu entfesseln, sowie die Forderungen an die europäischen Länder, sich unter das US-Sternenbanner zu stellen, bringen die Realität der weltweiten Verhältnisse unter der Herrschaft des Imperialismus auf brutale Weise zum Ausdruck.

Der Auslösung eines Krieges im Iran durch Trump und Netanjahu, die sich nicht einmal die Mühe gemacht haben, ihre europäischen „Verbündeten“ zu warnen, zeigt den tatsächlichen Zustand der weltweiten Beziehungen. Die europäischen Imperialismen sind Staaten zweiter Klasse, die sich den Forderungen der Vereinigten Staaten unterordnen müssen.

Mit diesem Krieg, der die europäischen Staaten de facto in den Konflikt hineinzieht, setzt Trump seine Offensive fort, die er mit der Einführung von Zöllen auf europäische Produkte begonnen hat.

Auch wenn die Brutalität des amerikanischen Imperialismus die europäischen Staatschefs kürzlich dazu veranlasst hat, vage Vorbehalte zu äußern, besonders hinsichtlich der Unterstützung in der Straße von Hormus, richten sie sich doch vollständig nach Trumps Forderungen. Das betrifft die wesentlich konsequentere Übernahme der NATO-Finanzierung und die erhebliche Aufstockung der Militärhaushalte, genauso wie sie sich auf die Seite der Massaker am palästinensischen Volk gestellt haben.

Krieg, die unverhältnismäßige Entwicklung der Rüstungswirtschaft als Antriebskraft des gesamten verrottenden kapitalistischen Systems

Das Global Peace Observatory berichtet, dass die Zahl der laufenden Kriege in diesem Jahr die höchste seit dem Zweiten Weltkrieg ist.

Kriege sind nur die herausragende Spitze der Produktion von Vernichtungswaffen. 679 Milliarden Dollar – das ist der Umsatz der 100 weltweit größten Rüstungsunternehmen im Jahr 2024. Die Rüstungsindustrie ist in Zeiten der imperialistischen Krise der Antriebsmotor der kapitalistischen Weltwirtschaft.

Trump hat angekündigt, dass er das US-Militärbudget auf 1.500 Milliarden Dollar erhöhen wolle. Zum Vergleich: Das Militärbudget Frankreichs, das zu den höchsten in Europa zählt, beträgt 65 Milliarden Euro. Das Budget Chinas beläuft sich auf 314 Milliarden Dollar. Der Krieg im Iran und im Libanon kostet eine Milliarde Dollar pro Tag.

Im Visier der Offensive des US-Imperialismus: China

In einer Situation der allgemeinen Krise, in der der Weltmarkt auseinanderbricht, muss der US-Imperialismus zur Verteidigung seiner Position als Finanz- und Industriemacht, China angreifen, das als wichtiger Konkurrent auf dem Weltmarkt wahrgenommen wird.

Aus diesem Grund hat Trump seit seiner Wiederwahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten ununterbrochen auf China und dessen Stellung auf dem Weltmarkt hingewiesen.

Tatsächlich beziehen sich alle aktuellen Entwicklungen direkt auf China: 90% des iranischen und 80% des venezolanischen Öls werden von China gekauft.

In diesem globalen Wettbewerb nutzt China sein Quasi-Monopol auf Seltene Erden, um sich den Vereinigten Staaten entgegenzustellen: Alles, was mit Telekommunikation, Informatik und auch Rüstung zu tun hat, erfordert den Einsatz von Rohstoffen aus Seltenen Erden, die von China kontrolliert werden.

Trump hat zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um das enorme Handelsbilanzdefizit mit China zu verringern, das über 200 Milliarden Dollar beträgt (fast ein Viertel des gesamten Handelsdefizits der USA). Er hat wiederholt Forderungen an große US-Unternehmen gerichtet, die ihre Produktion nach China verlagert haben, um sie wieder in die USA zurückzuverlagern. Bislang sind seine Bemühungen jedoch vergeblich.

Tatsächlich spricht der Unterschied bei den Arbeitskosten zwischen China und den USA nicht für eine Rückverlagerung. In diesem Sinne hat Trump die Zölle auf chinesische Importe in die USA erhöht. Er hat das taiwanesische Regime gegenüber China finanziell und militärisch stärker unterstützt als jeder andere US-Präsident zuvor.

Mit der  Blockade der Straße von Hormus zielte Trump ebenfalls auf China. Da 90% des iranischen Öls von China gekauft werden, erklärte er, dass China als Verbündeter des Iran die Freigabe der Meerenge unterstützen müsse.

Trump hat die Motive für seine neue Blockade klar offenbart und erklärt, dass die Blockade der Meerenge für die Vereinigten Staaten kein Problem darstelle, für andere Länder jedoch schon. Er zielt direkt auf China ab, da 12% des von China importierten Öls aus dem Iran stammt. Vor allem kommen zwischen 40% und 50% der chinesischen Importe von Naphtha (1) und Flüssiggas aus den Ländern am Persischen Golf. Diese für die Kunststoffherstellung unverzichtbaren Rohstoffe müssen nun aus den Vereinigten Staaten importiert werden, was zu einem Preisanstieg und einer Schwächung der chinesischen Industrie auf dem Weltmarkt führt.

Mit dem Krieg im Iran geht es dem US-Imperialismus nicht nur darum, mit Hilfe Israels seine Kontrolle über den Nahen Osten zu bekräftigen, sondern auch darum, den Druck auf China zu verstärken und ihm seinen Platz auf dem Weltmarkt streitig zu machen.

Unterdessen geht der Krieg in der Ukraine weiter

Nachdem am Osterwochenende der Waffenstillstand nicht eingehalten wurde, ist der blutige Konflikt zwischen Russland und der Ukraine wieder aufgeflammt. Die Europäische Union hat die Niederlage Orbáns begrüßt, wodurch endlich das ungarische Veto gegen die 90 Milliarden Euro aufgehoben und diese an das Regime von Selenskyj ausgezahlt werden konnten – Gelder, die aus den Haushalten abgezweigt wurden, die eigentlich zur Finanzierung der Sozialausgaben für die Bevölkerung in Europa hätten dienen sollen.

Die seit über vier Jahren andauernde, endlose Fortsetzung des kapitalistischen Gemetzels in Osteuropa führt zu einer Widerstandsbewegung in der Ukraine und in Russland, die heute in einer Zunahme von Desertionen und Kampfverweigerungen ihren Ausdruck findet: Laut der französischen Tageszeitung Le Monde vom 30. März zählt allein der ukrainische Generalstab 200.000 Soldaten, die desertiert sind.

Der Marsch in den Krieg ist der Marsch in den sozialen Krieg

Der Kampf gegen den Krieg ist unmittelbar verbunden mit dem Kampf zur Verteidigung der Rechte und Errungenschaften der Arbeiter und Völker, die von den Regierungen in Frage gestellt werden.

Der Marsch in den Krieg ist zwangsläufig mit dem Marsch in den sozialen Krieg verbunden. Die massiven Angriffe auf die Arbeiterklasse sind die logische Folge der Pläne zur Aufstockung der Militärhaushalte. Brutale Haushaltskürzungen treffen die Völker; die Regierungen sind dabei, die sozialen Errungenschaften der Arbeiterklasse, die öffentlichen Dienste, die Krankenhäuser und Schulen zu liquidieren, die Zukunft der Jugend zu zerstören – was jedoch Widerstandsprozesse in vielfältiger Form hervorruft.

Alle Kämpfe zur Verteidigung der Rechte der Arbeiter und der Jugend stehen im Widerspruch zu dieser Politik der gewaltsamen Militarisierung.

Umgekehrt finden sich diejenigen, die sich heute weigern, den Kampf gegen den Krieg aufzunehmen, de facto in der Situation wieder, Angriffe auf die Arbeiter mitzuertragen. Sie finden sich in der Lage, die Militarisierung mitzuerleiden, die Haushaltskürzungen und die Zerstörung ganzer Bereiche der Zivilisation.

Widerstand der Völker und der Arbeiterklasse

Angesichts dieser Situation des Krieges und des allgemeinen Marsches in den Krieg haben die Völker keine andere Wahl, als der imperialistischen Barbarei Widerstand zu leisten, um zu überleben und die menschliche Gesellschaft zu retten.

Die massiven Demonstrationen, die weltweit gegen den Krieg im Iran stattfanden, besonders auf amerikanischem Boden, aber auch in Europa, in London und in Rom, unterstreichen, dass die Völker den Marsch in den Krieg und in die Barbarei nicht wollen. Millionen haben sich auf allen Kontinenten gegen den Völkermord in Palästina erhoben. Die internationale Lage hat sich dadurch bereits verändert.

Die arbeitende Bevölkerung steht dem Marsch in den Krieg nicht nur fern, sondern lehnt ihn sogar ab. Die Völker sind bereit, sich gegen die Politik ihrer Regierungen zu erheben, die auf die Militarisierung der Gesellschaft drängen und Schulen, Krankenhäuser usw. angreifen.

In den Vereinigten Staaten, in Europa und anderswo stoßen der Wille breiter Massen, in Frieden zu leben und den Krieg abzulehnen, mit der Kriegspolitik des Imperialismus zusammen.

Heute ist Trump in seinem eigenen Land frontal mit der Ablehnung seiner Kriegspolitik konfrontiert, einer Ablehnung, die sich auf eine politische Kraft des Bruchs mit der Politik und Regierung stützen kann, die derzeit die Organisation Democratic Socialists of America (DSA) darstellt. Mehr als acht Millionen Menschen nahmen am 28. März in allen Städten der Vereinigten Staaten an den No Kings-Demonstrationen teil. Ein zentrales Thema, das bei all diesen Demonstrationen präsent war: die Ablehnung eines Krieges im Iran. Umfragen zufolge sind 60% der Amerikaner gegen einen Krieg im Iran, 75% sind gegen die Entsendung von Truppen.

Der Kampf, um das Hindernis der Führungen der Arbeiterbewegung zu überwinden

Es fehlt nicht an Entschlossenheit der Massen. Es sind die Führungen der Arbeiterbewegung, die sich weigern, sich in einem entschlossenen Kampf gegen die kriegstreiberischen Regierungen zu engagieren.  Und die so die Mobilisierung der Massen bremsen, sie betäuben oder gar blockieren.

Die Arbeiterinnen und Arbeiter sind bereit, sie sind bereit zum Kampf, um die Regierungen zu blockieren, um den Marsch in den Krieg und den Krieg selbst zu stoppen. Aber sie stoßen überall, auf allen Kontinenten, auf das Hindernis der Führer der Arbeiterbewegung, besonders der Gewerkschaftsverbände.

In jedem Land, auf allen Kontinenten hat die Feigheit der Führer der Arbeiterbewegung, die sich geweigert haben und sich weiterhin weigern, gegen die Massaker am palästinensischen Volk zu mobilisieren, die sich weigern, gegen die Politik ihrer Regierungen vorzugehen, die Mobilisierung der Völker und der Arbeiterklasse auf internationaler Ebene behindert, ohne sie jedoch verhindern zu können.

Gestützt auf den mächtigen Widerstand der Völker und der Arbeiterklasse sieht die IV. Internationale keine dringlichere Aufgabe als dazu beizutragen, diese Hindernisse auch mit ihren geringen Kräften zu überwinden, indem sie besonders dazu beiträgt, die Unabhängigkeit und damit die Existenz der Gewerkschaftsorganisationen zu verteidigen.

Der Kampf der IV. Internationale ist der Kampf, den Massen zu helfen, den Aktivisten und organisatorischen Kadern der Klasse Stützpunkte zu schaffen, das Hindernis der Führungen der Arbeiterbewegung und besonders der Gewerkschaftsverbände zu beseitigen und so den Weg für die Massenmobilisierung zu ebnen, die allein in der Lage ist, den Marsch in den Krieg zu verhindern und den Krieg zu stoppen. Denn die Gewerkschaften sind auch heute noch ein nicht zu unterschätzender Faktor für das Klassenbewusstsein der Arbeiter im weitesten Sinne des Wortes. Und sie sind daher ein mächtiger Hebel für die Mobilisierung.

Das Beispiel Italiens

Tatsächlich hat das Handeln der organisierten Arbeiterklasse, der Klasse, die die Waren produziert, das den Rückzug von Giorgia Meloni in Italien aus dem Verteidigungsabkommen mit der israelischen Regierung bewirkt. Aus einem einfachen und guten Grund: Es ist die Arbeiterklasse, welche die Produktion von Waffen einstellen und deren Transport stoppen kann; es ist eben die Arbeiterklasse, die durch Produktionsstillstand und Streik der Zwangsrekrutierung der gesamten Jugend entgegenwirken und das Land lahmlegen kann.

In Italien wurden – ausgehend von der Kampagne, die von der USB (Union Sindacale di Base – Basisgewerkschaftsverband) und ausgehend von der von den Hafenarbeitern in Genua angestoßenen Mobilisierung, die im Mai und Juni dieses Jahres die Blockade von Waffenlieferungen an die israelische Regierung organisiert haben – die Bedingungen geschaffen: Millionen italienischer Arbeiter traten in den Streik, mit Hilfe der Genossen von Potere al Popolo! (Macht dem Volk!), die als Partei die Mobilisierung unterstützten und zum Generalstreik im vergangenen September und dann im Oktober aufriefen, dem sich der größte Gewerkschaftsverband, die CGIL (Confederazione Generale Italiana del Lavoro – Allgemeiner Italienischer Gewerkschaftsverband), anschließen musste. Ein Streik gegen Giorgia Melonis Unterstützung der Massaker am palästinensischen Volk, an dem sich mindestens zwei Millionen Arbeiter*innen beteiligten. Ein Streik, der zum ersten Schritt wurde für die Niederlage von Meloni wenige Monate später, ein Streik, mit dem sie die streikenden Arbeiter unter Kontrolle bringen wollte,

Die besondere Rolle der Jugend

Da sie als Erste von Einberufung zum Militär und von Militarisierung betroffen ist, steht die Jugend an vorderster Front im Kampf gegen den Krieg. Da sie von der Schule bis zur Universität und darüber hinaus der Militärpropaganda ausgesetzt ist, ist die Jugend besonders empfänglich dafür, den Zusammenhang zwischen dem Angriff der Regierungen auf ihre Rechte und ihre Lebensbedingungen – insbesondere im Bildungsbereich – und dem Marsch in den Krieg herzustellen. Das sind die Streiks von Schülern und Studenten in Deutschland, die zu Tausenden gegen die Wehrpflicht demonstrieren.

Es ist die Verantwortung der IV. Internationale, dabei zu helfen, die Jugend zu organisieren, die nicht für ihren schmutzigen Krieg sterben will, die sich weigert, in den Krieg zu ziehen. Und es ist unsere Pflicht, den Widerstand der Jugend in dieser Hinsicht ab sofort zu organisieren. Das war die Bedeutung des nationalen Jugendtreffens aus 11 Bundesstaaten, das am 11. und 12. April in São Paulo, Brasilien, stattfand. Es ist dringend notwendig, zu handeln und dabei zu helfen, den Widerstand jetzt überall zu organisieren.

Kräfte erheben sich und organisieren sich gegen den Krieg: Die Aufgabe der IV. Internationale ist es, dabei zu helfen

Ausgehend von unserer Einschätzung zur Rolle der Arbeiterklasse unterstützt und hilft die IV. Internationale allen Gruppen, allen Aktivisten, allen Aktionen, auch wenn sie scheinbar nur eine Minderheit darstellen, die durch ihr Auftreten und ihre Mobilisierung dazu beitragen, das Hindernis der Gewerkschaftsführungen zu beseitigen.

In Europa unterstützen wir die Entscheidung von Dutzenden von Gewerkschaften und Gewerkschaftsverbänden auf allen Ebenen, die sich dem Aufruf zur internationalen Kundgebung gegen den Krieg am kommenden 20. Juni in London angeschlossen haben. Gewerkschaften der Lehrer, des Verkehrs und der englischen Eisenbahner, die Hunderttausende von Mitgliedern vertreten, wurden in Frankreich durch Beschlüsse von Gewerkschaftsbünden, vor allem der CGT und der FO, unterstützt, die diesen Aufruf aufgreifen und sagen: „Ja, es ist unsere Verantwortung, den Krieg zu verhindern, denn wir können den Krieg verhindern.“

In Afrika fand auf Initiative von politischen Aktivisten und Gewerkschaftern aus 15 Ländern des Kontinents am Samstag, dem 11. April 2026, eine kontinentale Online-Konferenz gegen den Krieg, gegen imperialistische Einmischung und für die Souveränität der Völker Afrikas statt. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage des Kampfes gegen den Krieg auf afrikanischem Boden, verbunden mit dem in der Diskussion geäußerten Willen, ein Treffen der afrikanischen Gewerkschaftsbewegung zu organisieren.

In Amerika war es der kontinentale Tag für das Recht auf Migration und zur Verteidigung der nationalen Souveränität am 14. März dieses Jahres, der nach der Entführung Maduros durch Trump und im Zusammenhang mit den Drohungen einer US-Intervention in Kuba stattfand. Es gab Demonstrationen und Kundgebungen in zehn Ländern und mehreren Städten, an denen Dutzende, ja sogar Hunderte und Tausende von Demonstranten teilnahmen, unter anderem vor den US-Botschaften und Konsulaten.

Es ist die Aufgabe einer revolutionären Partei, sich an diesen Prozessen zu beteiligen und zu ihrer Entwicklung beizutragen. Es ist die Aufgabe der IV. Internationale, dazu beizutragen, dass die verschiedenen Kräfte, die sich auf den Kampf gegen den Kapitalismus berufen, ohne jedoch in allen Fragen die sozialen und politischen Positionen zu teilen, sich zu organisieren und auf internationaler Ebene Verbindungen zu knüpfen, um den Kampf der Arbeiter und Völker zu unterstützen.

Denn wir sind der Ansicht, dass der Imperialismus nur durch die Sammlung breitester Kräfte des Umbruchs auf internationaler Ebene besiegt werden kann. Und genau diese Orientierung bildet den Kern der Politik der IV. Internationale auf allen Kontinenten.


Anmerkung

(1) Ein aus Erdöl gewonnener Stoff, der zur Herstellung von Ethylen und Propylen verwendet wird, den Grundbausteinen von Kunststoffen.


Aus: Vierte Internationale – La Vérité, Nr. 104, April/Mai 2026, S. 3ff.